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Der erste große Wettkampf in diesem Jahr startet heute abend. Um 21.00 Uhr wird in Postojna das 51 Mann starke Starterfeld von der Startrampe rollen! Die Strecke ist spektakulär - 1185 km rund um Slowenien... Auf der Homepage wird es Live Berichte und eine Webcam geben...
Der erste große Wettkampf in diesem Jahr startet heute abend. Um 21.00 Uhr wird in Postojna das 51 Mann starke Starterfeld von der Startrampe rollen! Die Strecke ist spektakulär - 1185 km rund um Slowenien, gespickt mit etwa 14.000 Höhenmetern.
Das Starterfeld ist heuer besonders stark: Neben Jure Robic, dem zur Zeit weltbesten Extremradler sind auch Marko Baloh und Thomas Ratschob - zwei besonders starke Fahrer am Start. Leider musste Dani Wyss seine Teilnahme kurzfristig aufgrund einer Krankheit absagen.
Im Vorjahr konnte ich hier den dritten Platz erreichen und mich für das Race Across America qualifizieren. Doch einige Fehler passierten mir schon, und die werde ich heuer vermeiden und hoffe so an der Spitze mitzufahren.
Alles weitere, Live Ticker, HandyCam, Infos zur Strecke usw. gibt es auf meiner Homepage www.christophstrasser.at
7.5.08 - 18.30 - kurz vor dem Start
Unser Team ist komplett, auch Rainer ist nun eingetroffen. Nach einem kurzen Nachmittagsschläfchen von Christoph geht es nun zu den letzten Vorbereitungen. Der exakte Start wird um 21.54 Uhr erfolgen, bis dahin wird die Taktik besprochen und alles noch mal auf Herz und Nieren getestet. Die Nervosität steigt ein wenig...
9.5.08 - 03:32 - On the Road
achdem Christoph um 21:54 von der Startrampe rollte (10 min nach Vorjahressieger Jure Robic) begann die Tempojagt. Auf schmalen verwinkelten Landstraßen rasten wir mit über 40 km/h durchs Hügelland um Postojna. Bereits nach 2 Stunden waren viele Fahrer, die teils 20-30 min vor uns starteten, überholt. Auch der starke Schweizer Thomas Ratschob war unter ihnen. Im Gegensatz zu allen anderen verstand er es im Sog Christophs zu bleiben, und die Blinklichter seines Begleitautos erscheinen immer noch in unserem Rückspiegel. Strasser begann in den ersten Stunden mit einer Trittfrequenz um die 90 rpm und war stoffwechselmäßig an seiner Ausdauerleistungsschwelle unterwegs. In langen kurvigen Abfahrten beschleunigte er mit kraftvollen Tritten auf bis zu 80 km/h (im Dunkeln !). Nur mit Mut und Mühe konnten wir folgen. Als das Pace Car eines anderen Fahrers bei einer steilen Auffahrt auf dem glatten Asphalt vor uns hängen blieb gab es die erste brenzlige Szene. Christoph konnte überholen, während Navigator Kinzlbauer (er sprang aus dem Auto und beinahe über die Leitplanken) und Teamarzt Hochgatterer den viel zu voluminösen Camper anschoben. (Renn-)Fahrer Vogl konnte erst nach einigen hundert Metern überholen und schließlich erreichten wir unseren Sportler sicher am Gipfel des Anstiegs. Derzeit fliegen wir Richtung Nova Gorica. Mehr Neuigkeiten folgen bei Anbruch des Tages.
9.5.08 - 06:11 - In den Bergen
Time Station 2 - Nova Gorice: Race Standings: Jure Robic passiert um 04:19 die TS, Marco Baloh kommt um 04:32, Christoph Strasser - 04:42, Thomas Rathschob 04:43. Da Jure 8 und Marco 2 Minuten vor Christoh ins Rennen gegangen sind ergibt dies folgenden Stand: Christoph ist derzeit 3. mit 15 min Rückstand auf Jure und 8 min hinter dem Slowenen Baloh. Ratschob immer noch dicht hinter uns. Beim Anstieg auf den steilen Predmeja-Pass wechselt Chris auf seine 7 kg schwere Spezialized Bergrennmaschine und kurbelt mit einer 34-27er Übersetzung die Kehren hoch. Den bergstarken Ratschob, der ein paar Kehren über uns tritt immer im Auge.
9.5.08 - Hochnebel nach überwundenem TIef
Die morgendliche Müdigkeit ist aus den Beinen gewichen und Radschob im Visier geht es leicht bergab durch ein nebelverhangenes Tal. Im Katz und Maus Spiel gibt es einen neuen Kater. Die Taktik für die nachsten 20 Stunden steht fest, verraten wird sie allerdings nicht.
9.5.08 - 12:47 Auf dem Weg nach vorne.
Um 11:40 unterschreibt Christoph Strasser am Protokoll der Time Station 4. Eine Minute nach ihm steht der Name Baloh auf der Liste. Jure Robic ist mit ca. 30 min Vorsprung auf uns immer noch in Führung. Beim Aufstieg zum schweren Pass direkt vor Kranjska Gora schom sich unser atlet langsam an Marco heran und in der abenteuerlichen Abfahrt in den slowenischen Skiort Kranjska Gora machte er dann den Sack zu und schob sich mit kraftvollem Tritt am eben noch 2. platzierten Slowenen vorbei. Eine rasche Vergrößerung des Abstands zwischen den beiden konnte nur Ampelpech in Jesenice (9 Ampeln in Folge) verhindern.Aus medizinischer Sicht ist mit Chris alles in Ordnung, der Energiehaushalt ist bilanziert und die Elektrolyte bzw. der Wasserhaushalt im Normbereich. Dzt. läuft alles nach Plan..
9.5.08 - 21:54 Brav ist er
Die ersten 24 h sind absolviert und Christoph Strasser hat nun 725 km in den Beinen und ist auf der Jagd nach dem Führenden Slowenen Robic. Der Vorsprung des 3-fachen Race Across America Siegers und Hausherrn auf der wunderschönen Route rund um Slowenien betrug bei der TS 6 rund 40 min - Tendenz kleiner werdend. Baloh konnte dem hohen Tempo nach der Zeitstation 4 nicht standhalten und fiel müde aussehend zurück. Derzeit hält Christoph den Schnitt über 30 km/h um auf Robic Boden gutmachen zu können. Der Tritt ist rund, die Kadenz hoch und sollte sie derweilen unter 90 rpm fallen, korrigiert Sportwissenschafter Kinzlbauer sofort und lautstark. Markus Vogl hat inzwischen die gesamte Elektrik unserer Beschallungs- und Beleuchtungsanlage zerlegt und wieder zusammengebaut. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, dass entweder der Fahrer, das Rad oder die Technik im Auto Probleme machen müssen. Aufgrund des hohen Tempos und der Intensität der Belastung hat Teamarzt Hochgatterer das Ernährungsregime etwas verändert und Christoph kann so immer noch das Kalorientagesziel erreichen. Der Gesundheits- und Leistungszustand unseres Fahrers ist auch in der 2. Nacht immer noch ausgezeichnet. Christoph, jetzt heißt es hinhalten.
10.5.08 - 00:05 TS 7
Stand Time Station 6: 1. Robic, 2. Strasser (+45 min), 3. Baloh (keine Zeit bekannt)
Stand Time Station 7: 1. Robic (23:30 Uhr), 2. Strasser (0:05 Uhr), 3. Baloh (noch nicht durch)
12 Minuten auf Jure gut gemacht
Etappe 8 folgt nun mit 121,5 km: um spätestens 04:00 sollten wir an der TS 8 sein, um Jure noch gefährden zu können..
10.5.08 - TS 8 Die Müdigkeit schlägt zu
Nachdem Christoph den Schwung des letzten Zeitabschnittes gut in die ersten Stunden des neuen Tages mitgenommen hat und weiterhin mit durchschnittlich über 30 km/h Boden auf Jure Robic gutmachte (uns trennten nur mehr 12 km), kam dann für ihn und die gesamte Crew die große Überraschung. Ein vermeintlich kurzer aber steiler und anstrengender Anstieg entpuppte sich als wahrlicher Berg. Dieser war jedoch auf dem Höhenprofil der Etappe im Roadbook nicht eingezeichnet. Somit konnte sich unser Fahrer psychisch nicht vorbereiten. Im Rahmen einer solchen Grenzwanderung psychischer und physischer Natur, die zu einem großen Teil von der Foukussierung auf ein bestimmtes Ziel bzw. definierten Zwischenzielen lebt, bedeuten kleine Abweichungen oft schon ein Scheitern. Diesen Anstieg jedoch war in Kombination mit dem Schlafentzug etwas mehr als eine kleine Abweichung. Chris konnte ihn noch gut bewältigen, der Kraftverschleiß und die wiederaufkommende Müdigkeit nach ca. 40 h ohne Schlaf drückten sein Tempo. Der in der Nacht bekanntlich stark fahrende Robic stabilisierten wieder seinen Vorsprung. Auf Rang 3 (Baloh) hatten wir ca. 40 km Vorsprung.
10.5.08 - 11:05 TS 10
Stand Time Station 10: 1. Robic, 2. Strasser (+1h 8min), 3. Baloh (50 km dahinter)
Trotz einer energisch und mit viel Herz gefahrenen Attake beim letzten nennenswerten Anstieg und einem Downhill ohne Furcht gelang es Christoph Strasser nicht, auf Jure Robic (der nun sein Tempo auch wieder erhöht hat) nenneswert Boden gut zu machen. Nach kurzer Beratung beschließen wir Jure nicht mehr anzugreifen. Eine Stunde ist auf den letzten 100 km nicht mehr aufzuholen.
Die letzten beiden Abschnitte sollen energiesparend absolviert werden.
10.5.08 - 11:05 Zielankunft
Endstand Postojna:
1. Robic
2. Strasser
3. Baloh (50 km dahinter)
10.5.08 Fazit
Das Rennen: großartige Landschaft, hervorragendes und (fast) fehlerloses Routebook, spannende und kuvenreiche Strecke (hier herrscht "Geradenverbot"), tolle Organisation, vielversprechende Innovationen zur Fahrerkontrolle mit Tracking GPS und Webcam im Auto, äusserst spannender Verlauf, leider kein Sieg, starker Robic, gelernt für die Zukunft, wenn es terminlich passt, komme ich wieder . . .
Das Team: ein Koch, ein Sportwissenschafter und ein Arzt waren Mama, Papa, Freund, Freundin, Kellner, Elektriker, Tontechniker, Butler, Fahrer, Kabarettisten, Tröster, Motivatoren und einfach unersetzlich.
Die Gegner: Jure - zu stark, Marco - wieder geschlagen, Thomas - hartnäckig.
Die Leistung: 2. Platz mit Potential nach vorne, Stärken bewiesen, Schwächen entdeckt, neue Seiten gezeigt, viel gelernt, Körper - noch ganz rüstig
Toller Erfolg für Christoph Strasser!
Der gebürtige Kraubather eroberte beim "Race Around Slovenia" (1200 km mit 13.000 Hm, Start und Ziel in Postojna) den hervorragenden zweiten Platz und krönte sich somit hinter dem Triumphator Jure Robic (SLO) zum Vize-Europameister in der Ultra-Marathon-Distanz. Dritter wurde der Slowene Marko Baloh, den Strasser auch im Vorjahr beim "Glocknerman" bezwungen hat. "Es ist fast perfekt gelaufen. Nur in der zweiten Nacht, nach zirka 40 Stunden Fahrzeit, hatte ich leichte Müdigkeitserscheinungen. In solchen Momenten fehlt es mir noch etwas an Erfahrung. Trotzdem bin ich mit meiner Leistung sehr zufrieden. Ich wollte meinen dritten Platz vom Vorjahr verbessern und das habe ich geschafft. Im nächsten Jahr greife ich nach dem Sieg", erklärt Strasser zielstrebig. Aber nicht nur sein Körper hat "gehalten", auch das Material von Ausstatter Specialized war top. "Auf den schnellen Passagen bin ich mit den Aero-Läufrädern gefahren. Vor den bergigen Abschnitten bin ich bei den Kontrollpunkten auf das leichte Rad umgestiegen. Das Material ist einfach fantastisch", schwärmt der 25-Jährige. In den nächsten Tagen steht Erholung von diesen enormen Strapazen groß geschrieben. Drei bis vier Tage bleibt das Arbeitsgerät in der Garage und mental wird der dreitägige Trip (von Donnerstag bis Samstag) quer durch Slowenien aufgearbeitet. "Ich muss erst realisieren, was ich da geleistet habe. Und das ganze Rennen analysieren, was ich in Zukunft noch verbessern kann." Und für Radsportinsider: In den ersten drei Rennstunden, ein sehr bergiger Abschnitt, fuhr Strasser mit 170 Durchschnittspuls! Also von einer Spazierfahrt kann keine Rede sein...
TEKMA: Razvrstitev tekmovalcev po 10. ETAPI z izračunom povprečne hitrosti
Št.š. Et. Tekmovalec Čas starta Čas etape Skupni čas km/h Raz.
111 10 Jure ROBIČ 2008-05-08 21:46:00 2008-05-10 09:43:00 35:57:00 29.5 1
153 10 Thomas RATSCHOB 2008-05-08 21:48:00 2008-05-10 10:52:00 37:04:00 28.6 2
TEKMA: Razvrstitev tekmovalcev po 10. ETAPI z izračunom povprečne hitrosti
Št.š. Et. Tekmovalec Čas starta Čas etape Skupni čas km/h Raz.
111 10 Jure ROBIČ 2008-05-08 21:46:00 2008-05-10 09:43:00 35:57:00 29.5 1
153 10 Thomas RATSCHOB 2008-05-08 21:48:00 2008-05-10 10:52:00 37:04:00 28.6 2
shit ... hoffentlich nur ein fehler ...
ev. Startnummer 135 153 ............. 3 und 5 vertauscht
2006-2009: 48.020 Km 2010: 7.991 Km 2011: 10.610 Km 2012: 618 Km
Schön, daß so ein Weltklasselangstreckenfahrer in Donnerskirchen dabei ist.
Wer sich das entgehen läßt ist selber schuld.
Freue mich jedenfalls schon auf ca. 30 Überrundungen durch diesen Champion.
2006-2009: 48.020 Km 2010: 7.991 Km 2011: 10.610 Km 2012: 618 Km